Artenvielfalt – Unordnung schützt die Artenvielfalt

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Nicht jede Unordnung ist chaotisch oder sollte aufgeräumt werden. Auf dem Waldboden liegende Äste und Baumstämme sollten bleiben, wo sie sind. Als Lebensgrundlage für zahlreiche Organismen, von winzigen Käfern bis hin zu Speisepilzen, sind sie im Ökosystem Wald unverzichtbar. „Wenn von Insektensterben die Rede ist, denkt man zumeist an Wiesen, Blüten und Pollen als Nahrungsquelle. Doch Insekten und Käfer leben auch in den Wäldern, besonders im Totholz“, sagt die Käfer-Spezialistin Sandra Aurenhammer von Ökoteam, ein privates Institut für Tierökologie und Naturraumplanung in Graz

© APAIm Rahmen eines Projekts mit dem World Wildlife Fund (WWF) und Pannatura, einem Unternehmen der Esterhazy-Gruppe, haben Aurenhammer und ihr Team einen neuen Käfer entdeckt. „Der Käfer ist wenige Millimeter groß, braun und unauffällig. Er ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben, Foto gibt es noch keines und wir kennen seine Biologie noch nicht. Wir wissen jedoch, dass er im Totholz lebt“, sagt Koleopterologin. Das Insekt wurde auf einem Waldstück der Esterhazy Betriebe im Burgenland gefunden.

In Österreich leben rund 7.500 Insekten, etwa ein Fünftel davon sind Totholz-Besiedler. – © apaIn Österreich leben rund 7.500 Insekten, etwa ein Fünftel davon sind Totholz-Besiedler. Etwa ein Drittel davon, in manchen Regionen sogar die Hälfte, gilt als gefährdet. Um die Biodiversität zu erhalten, seien höhere Alt- und Totholzbestände in Wirtschaftswäldern und Anreize für Waldbesitzer gefordert, betont der WWF.

Bei der Erhebung, die Ökoteam durchgeführt hat, konnten insgesamt 1.150 teils stark gefährdete Insektenarten nachgewiesen werden. Von ihnen wurden 100 erstmals im Burgenland, sechs erstmals in Österreich und der genannte Käfer zum ersten Mal überhaupt gesichtet. Laut einem Factsheet handelt es sich um eine Nagekäferart. Einen Namen hat das Tier noch nicht.
„Das Besondere an diesen Wäldern ist, dass dort trotz Bewirtschaftung ein sehr alter und außergewöhnlich dichter Totholzbestand vorhanden ist“, erklärt Projektleiterin Karin Enzenhofer vom WWF. Und Pannatura-Geschäftsführer Matthias Grün hält fest: „Erfolgreiches Wirtschaften im Einklang mit der Natur ist möglich. Der Fokus liegt nicht nur auf dem Erhalt, sondern auch auf der Förderung von Artenvielfalt bei gleichzeitiger forstlicher Bewirtschaftung.“(est)

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