„Das Gebet ist das Herz der karmelitischen Berufung“

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„Das Gebet ist das Herz der karmelitischen Berufung. Wenn es etwas gibt, dass die karmelitische Familie in besonderer Weise zu vermitteln hat, dann ist es die Einladung zum Gebet.“ – Mit diesen Worten hat Kardinal Christoph Schönborn Samstagabend, 28. Mai 2022,  bei einem Festgottesdienst in der Karmelitenkirche Wien-Döbling den Teresianischen Karmel gewürdigt. Dieser beging das Jubiläum seines 400-jährigen Bestehens in Österreich. Das Jubiläum bzw. auch der Festgottesdienst standen unter dem Motto „400 Jahre Freundschaft mit Gott“.

 

 

Er wolle Dank sagen für 400 Jahre ununterbrochenen Betens, so Kardinal Schönborn in seiner Predigt. Besonders danke er „den vielen stillen Betern, die eigentlich unsere Welt tragen“. Der Wiener Erzbischof erinnerte u.a. an ein Wort einer Philosophin, mit der er sehr befreundet war: „Die Seele betet immer.“ Jeder Mensch habe eine einzigartige, unvergleichliche und unsterbliche Seele, „von Gott geschaffen und auf Gott hin ausgerichtet“. Beten habe immer mit Sehnsucht und Vertrauen zu tun und es brauche die Bereitschaft zur Vergebung, denn: „Man kann nicht beten, wenn man hasst“, so Schönborn.

 

Der Orden der Unbeschuhten Karmeliten (Teresianischer Karmel) ist ein Reformzweig des Karmelitenordens, der von Teresa von Avila (1515-1582) und Johannes vom Kreuz (1542-1591) begründet und 1593 selbstständig wurde. Als äußeres Zeichen der Reform galten die Hanfsandalen, was den Schwestern und Brüdern der Reform den Namen die „Unbeschuhten“ Karmelitinnen und Karmeliten gab.

 

Das erste Kloster der Unbeschuhten Karmeliten in Österreich entstand 1622 in Wien-Leopoldstadt durch eine Stiftung von Kaiser Ferdinand II. und dessen Gemahlin Eleonora. 1783 wurde der Konvent unter Kaiser Joseph II. aufgehoben, konnte sich aber als Karmelitenpfarre bis 1838 halten. Aus den Mitteln des Religionsfonds wurde 1900 ein neues Kloster in Wien-Döbling errichtet.

 

Zum Teresianischen Karmel in Österreich gehören elf Schwesternklöster in Bärnbach, Gmunden, Graz, Himmelau, Innsbruck, Linz, Maria Jeutendorf, Mariazell, Mayerling, Rankweil und Wien sowie vier Brüderklöster in Graz, Innsbruck, Linz und Wien. Dazu kommen zwei karmelitanische Schwesternkongregationen: die Marienschwestern vom Karmel und die Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu.

 

Die vier Brüderklöster sind zur „Semiprovinz Österreich zum Hl. Leopold“ zusammengeschlossen. Sitz des Provinzialats ist das Kloster in Wien-Döbling.

In der Karmelitenkirche in Wien anlässlich des Jubiläums bis 12. Juni die Ausstellung „Hl. Therese vom Kinde Jesus“ zu besichtigen. Die Ausstellung will den Besuchern in acht Stationen das Leben der Heiligen näher bringen. Am 2. Juni werden Reliquien der Heiligen in die Kirche überführt und die Gläubigen sind zur Heiligen Messe und zum persönlichen Gebet am Reliquienschrein eingeladen.

 

Infos: www2.karmel.at

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