Im Gerichtssaal statt im Klassenzimmer

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Das Handelsgericht Wien war am 18. November Schauplatz des heuer zum ersten Mal stattfindenden „Moot Court“-Wettbewerbs. Das Format, bei dem eine Gerichtsverhandlung simuliert wird, richtet sich an Schüler, die die 4. Klasse einer Jus-HAK besuchen. Gegründet vor vier Jahren, gibt es solche Jus-HAKs an mittlerweile elf Standorten österreichweit, einer davon ist Linz-Auhof.
Die Veranstaltung war für das Linzer Schülerteam – bestehend aus Benedikt Otasek, Sebastian Stoderegger und David Höbarth – ein voller Erfolg. Drei gewonnene Verhandlungsrunden, den Gesamtsieg sowie die Preise für den besten Schriftsatz und das beste Plädoyer können sie für sich verbuchen. Zweimal waren die Linzer als Revisionsgegner, einmal als Revisionswerber im Einsatz.
Der fiktive Fall, den es mit Unterstützung von Schönherr Rechtsanwälte Linz zu bearbeiten galt, war durchaus fordernd. Konkret ging es um ein Pharmaunternehmen, das einen Arbeitnehmer immer wieder befristet angestellt hat. Als dieser in einen anderen Bereich versetzt wurde und moralische Bedenken aufgrund seines römisch-katholischen Glaubens anmeldete, ließ der Arbeitgeber den Kettenarbeitsvertrag auslaufen. Diese Aneinanderreihung von immer wieder befristeten Arbeitsverträgen ist an und für sich verboten.
„Perfekte“ Performance
Die Kulisse im Handelsgericht sei sehr beeindruckend gewesen, sagt Höbarth. Die Nervosität habe sich aber in Grenzen gehalten, weil zuvor im Festsaal der Schule fleißig geübt worden war. Das Arbeiten im Dreierteam habe gut funktioniert, findet Stoderegger. Die unterschiedlichen Fragestellungen wie „Was ist ein Kettenarbeitsvertrag?“ oder „Inwieweit liegen Diskriminierungsgründe vor?“ seien vorab aufgeteilt und ausgearbeitet worden. Die Zuständigkeiten waren also klar verteilt: „Deshalb sind wir uns auch nicht gegenseitig ins Wort gefallen, wenn der Richter etwas gefragt hat.“ Eine Herausforderung sei gewesen, sich jeweils auf die wechselnden gegnerischen Teams und deren Strategie einzustellen, sagt Otasek.
Direktorin Irene Ackerlauer ist sehr stolz, dass ihren Schülern das so gut gelungen ist. Auch von Lehrerin Veronica Branz sind lobende Worte zu hören, sie spricht von einer „perfekten“ Performance.
Tag der offenen Tür
Wessen Interesse für die Jus-HAK nun geweckt wurde, der sollte sich den kommenden Freitag (25. November) vormerken. Von 10.30 bis 15.30 Uhr findet am Aubrunnerweg nämlich ein Tag der offenen Tür statt.

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