Pfarrer Konstantin Spiegelfeld verstorben

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Schönborn: „Konstantin war mit Leib und Seele Priester“

Kardinal Christoph Schönborn reagiert mit tiefer Trauer, aber auch mit großer Dankbarkeit auf den Tod von Konstantin Spiegelfeld: „In großer Dankbarkeit und zugleich in tiefer Trauer denke ich an den Heimgang von Konstantin Spiegelfeld. Seine dramatische Erkrankung im letzten Jahr erfüllte uns alle mit Sorge. Umso größer war die Freude über seine fast wunderbare Genesung. Er war erfüllt von seiner tiefen Gotteserfahrung durch die Krankheit. Die schwere Gehirnblutung kam nun ganz plötzlich. Jetzt ist er heimgekehrt zum Herrn, den er geliebt und dem er vertraut hat. Konstantin war mit Leib und Seele Priester, in allen Aufgaben, die er übernommen hat: als Kaplan, Pfarrer, Studentenseelsorger, als im Malteser Hilfsdienst Engagierter, als Vertreter vieler im Priesterrat. Immer fröhlich, hilfsbereit, mitbrüderlich und leidenschaftlich für die missionarischen Initiativen engagiert. Er wird seinen Pfarren und uns allen ein guter Fürsprecher beim Herrn bleiben.“

 

Schutzki: „Ein großer Visionär“

Dariusz Schutzki, Bischofsvikar des Vikariates Wien-Stadt, reagiert bestürzt auf den Heimgang Spiegelfelds: „Mit großer Bestürzung haben wir heute gehört, dass Pfarrer Konstantin Spiegelfeld plötzlich nach kurzem Spitalsaufenthalt verstorben ist. Das Vikariat Stadt verliert mit ihm nicht nur einen engagierten, kompetenten Pfarrer und Dechantstellvertreter, sondern auch einen guten Freund und Mitbruder. Er war ein großer Visionär, und hat uns dadurch immer wieder Hoffnung gegeben. Jetzt ist er am Ziel unserer Hoffnung angekommen – aber hier wird er uns fehlen. Herr, lass ihn ruhen in Frieden.“

 

Vom Diplomingenieur zum Priester

Konstantin Spiegelfeld wurde am 31. März 1956 in Linz geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung in Linz, Wien und Graz studierte er Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Graz und an der University Birmingham/Alabama in den USA. Nach zwei Jahren Tätigkeit als Diplomingenieur in der Papierindustrie trat er 1985 ins Erzbischöfliche Priesterseminar Wien ein: „Mit 28 Jahren hatte ich zum ersten Mal den Gedanken, Priester werden zu wollen. Obwohl die genauen Motive und Umstände für mich damals nicht wirklich nachvollziehbar waren, vertraute ich meiner Intuition und trat ins Priesterseminar ein“, sagte Pfarrer Spiegelfeld einmal von dieser Lebenswende.

 

1990 schloss er sein Theologiestudium ab und wurde durch Weihbischof Karl Moser zum Diakon geweiht. Nach seinem Pastoraljahr als Diakon in der Pfarre Rudolfsheim wurde er 1991 durch Kardinal Hans Hermann Groer zum Priester geweiht. Er wirkte zu Beginn als Seelsorger des Malteser Hospitaldienstes, anschließend als Kaplan in der Pfarre Neusimmering und unterrichtete dann von 1993 bis 1996 das Unterrichtsfach Religion im Gymnasium Sachsenbrunn, wo er auch als Schulseelsorger tätig war. Zeitgleich arbeitete er als Dekanatsjugendseelsorger und Administrator in Kirchau.

 

1996 wechselte Spiegelfeld als Universitätsseelsorger in die Katholische Hochschulgemeinde Wien, leitete als Rektor das Afro-Asiatische Institut und war danach von 2006 bis zu seinem Tod Pfarrer in St. Johann Nepomuk im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Zu seinem Dienst als Priester sagte Konstantin Spiegelfeld einmal: „Die wichtigste Aufgabe für mich als Priester ist, selbst zu glauben. Ich möchte ja kein Kirchenfunktionär sein.“ 

 

Über seinen Glauben und seine Motivation, als Priester tätig zu sein, sprach Konstantin Spiegelfeld vor knapp 10 Jahren in einem Interview, das Sie hier nachlesen können. Er engagierte sich als Pfarrer in St. Johann Nepomuk auch für den interreligiösen Dialog, wie er in einem Gespräch mit Imam Tarafa Baghajati erzählte.

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