So ein Kreuz: Schifffahrt wegen Niederwasser lange Zeit eingeschrnkt

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Endlich hat es geregnet. Dieser Gedanke einte zuletzt viele Anbieter von Kreuzfahrtreisen auf der Donau. Denn in den vergangenen Wochen waren viele von ihnen auf die Strecke Passau – Linz – Wien beschrnkt. Flussaufwrts ab Passau sowie flussabwrts ab Wien war eine planmige Abwicklung nicht oder nur eingeschrnkt mglich. Richtung Schwarzem Meer berhaupt nicht. Die Donau fhrte zu wenig Wasser fr die Kreuzfahrtschiffe mit zu groem Tiefgang.
Der Regen der vergangenen Tage entspannt die Situation nun – in Wien sei der Flusspegel zuletzt innerhalb von zwei Tagen um zwei Meter gestiegen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Kreuzfahrtreisen bald wieder normal durchgefhrt werden knnen“, sagt Petra Riffert, Geschftsfhrerin des Tourismusverbands Donau Obersterreich.
Dass dies zuletzt kaum mglich war, hat die Frequenz, mit der die Schiffe nach Linz kommen, erhht. „Vergangenes Wochenende waren zehn Kabinenschiffe in Linz“, sagt Petra Riffert. „Was fr den Tourismus in Linz gut ist, ist fr die Reeder alles andere als gut, denn sie mssen die Schiffstouren durchfhren. Wenn jemand eine Reise nach Budapest gebucht hat, aber in Wien Endstation ist, dann mssen die Kunden mit dem Bus nach Ungarn gebracht werden.“
Dass der Wasserstand der Donau in sterreich stabil ist, hat mehrere Grnde: Inn, Enns und Traun bringen groe Wassermengen in die Donau. Auerdem reihen sich die Wasserkraftwerke eng aneinander – zumindest in Obersterreich. „Das nimmt dem Fluss die Dynamik“, sagt Christoph Caspar von der Via Donau, die fr den Erhalt der Wasserstrae zustndig ist. Die Folge: Es bilden sich weniger Gesteinsablagerungen und Seichtstellen. In der Wachau bei Kienstock und in Wildmauer vor Wien sei dies anders. „Hier ist der Abstand zwischen den Kraftwerken grer.“ Daher muss der Fluss hier vermehrt ausgebaggert werden.
30 Meter breite Flussrinne
Das Ausbaggern der Donau ist ein Grund, warum lange Trockenheit – wie zuletzt – in sterreich ohnehin kaum ein Problem fr die Schifffahrt darstellt. „Ab den 1960er-Jahren wurde hierzulande eine Flussrinne in die Donau gegraben. Diese ist rund zweieinhalb Meter tief und 30 Meter breit“, wei Otto Steindl, langjhriger Leiter der Schifffahrtspolizei Linz.
Der 77-Jhrige kennt die Donau wie kein anderer – er ist auf einem Schiff geboren und hat sein Leben lang auf und entlang der Donau gearbeitet. „Der Regen hat die Lage jetzt entspannt. Aber die Donau ist wie ein kleines Kind, das von heute auf morgen krank und dann wieder gesund ist. Steigt die Donau rasch an, dann fllt der Pegel auch rasch wieder.“ Die Wetterlage ist in den kommenden Tagen labil. Wie und ob sich die lokalen Starkniederschlge ab Freitag auf die Zuflsse der Donau auswirken, kann Yasmin Markl von der Zentralanstalt fr Meteorologie nicht beantworten. Die starken Regenflle zuletzt htten jedenfalls auf die Donau in Obersterreich nur geringen Einfluss gehabt, sagt Christian Wakolbinger vom Hydrografischen Dienst. Das Wasser, das in Vorarlberg niedergegangen ist, fliee in den Rhein, der Regen im Salzkammergut befllte vor allem die Seen.
In Bayern ist die Donau nicht in dem Mae ausgebaggert. Gegen diesbezgliche Bestrebungen ab Vilshofen regt sich Widerstand. Und ab Wien Richtung Ungarn ist das Fehlen von Kraftwerken sowie die breite und flache Flussfhrung das Problem.
Kriegsrelikte freigelegt
Gepaart mit der langen Trockenheit fhrte dies dazu, dass in Serbien die Donau so wenig Wasser fhrte wie fast ein Jahrhundert nicht. So wurden hier im Flussbett gesunkene Kriegsschiffe der deutschen Wehrmacht – der Schwarzmeerflotte – aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Dies sind aufgrund ihrer immer noch gefhrlichen „Ladung“, nmlich Tonnen von Munition und Sprengstoff, eine stete Gefahr fr die Schifffahrt. Eine Bergung wrde laut Schtzungen rund 29 Millionen Euro kosten.
Zurck nach Linz: Kreuzfahrtschiffe, die hier anlegen, bringen der Stadt zwar Touristen. Doch die bis zu 135 Meter langen schwimmenden Hotels stellen auch ein Umweltproblem dar. Denn der bentigte Strom wird durch Dieselaggregate erzeugt. Jhrlich emittieren die Schiffe in Linz 59 Tonnen Stickoxide, wie eine Studie aus 2017 belegt hat. Die Linz AG arbeitet an Starkstromleitungen („Landstrom“), doch diese sollen erst im Frhjahr 2023 kommen.

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